Paris und seine Katastrophen

Am Mittwoch, den 17. Oktober machten wir uns nach Feierabend auf den Weg nach Paris. Eine fünfstündige Autofahrt bis nach Reykjavik lag vor uns. Leider sind in Island die Nächte so dunkel, dass ich auf der Fahrt um ein Viertel der Insel nichts gesehen habe. Um 23.30 Uhr sind wir völlig kaputt in Reykjavik angekommen.

Am nächsten Morgen hieß es um 4 Uhr aufstehen und kurz darauf weiter Richtung Flughafen. Beim Einchecken tauchte schon das erste Problem auf, alle Onlinetickets funktionierten, bis auf das Ticket meiner Chefin. Nach einem kurzen Telefonat durfte jedoch auch Sie einchecken.
Der Flug war wunderschön, von Island habe ich zwar wieder nichts gesehen, aber ab England konnte ich die Welt von oben betrachten. Nach guten 3 Stunden setzten wir zur Landung an und waren in Paris. Im Flugzeug haben wir erfahren, dass in Paris Ausnahmezustand herrscht, es ist Rugby WM Finale an diesem Wochenende und gleichzeitig streiken Metro und Busse.
Also versuchten wir erst gar nicht mit dem Zug in die Stadt zu fahren, sondern sind gleich mit dem Taxi los. Wir waren froh, als wir eine Stunde später heil in unserem Hotel an der Rezeption standen und dachten, wir wären für heute am Ziel. Wir sind aus allen Wolken gefallen als uns die Empfangsdame eröffnete, dass unsere Hotelbuchung fehlgeschlagen war und wir für die Nacht kein Dach über dem Kopf haben sollten. Außerdem unterrichtete sie uns, es sei so gut wie aussichtslos, eine so große Gruppe wie uns (6 Personen) an einem Wochenende wie diesem, irgendwo unterzubringen. Daraufhin telefonierten alle Isländer um mich herum und unterhielten sich lautstark und ich saß da, verstand kein Wort und hatte keine Ahnung was jetzt ist und wie es weitergeht.
Fast 2 Stunden und viele Telefonate später war es dann endlich so weit, die Dame an der Rezeption hatte für uns zumindest für die ersten 2 Nächte ein anderes Hotel aufgetrieben. Allerdings recht weit außerhalb und es fuhr keine Metro und die Taxen waren eigentlich nur dazu bereit, die Menschenmengen vom Flughafen in die Stadt zu bringen. Also blieb uns nichts anderes übrig, als uns auf die Straße zu stellen und zu hoffen, dass wir ein leeres Taxi ergattern, das uns in unser Hotel bringt. Nach einer Stunde war auch diese Hürde gemeistert und wir bezogen endlich unsere Zimmer.
Am Freitag ging es dann auf die Silmo (für alle Nichtoptiker: eine Fach-Messe). Als wir in der Metrostation noch mit dem Ticketautomat kämpften, kam ein Bediensteter der Metro angelaufen und hat uns hektisch zur Metro durch gewunken, da es die letzte war, die an diesem Morgen gefahren ist. Also rein in die Bahn, wir Frauen konnten noch schnell die letzten Sitzplätze einnehmen und los ging es. Es wurde von Station zu Station voller, immer wenn man dachte, jetzt passt wirklich keiner mehr rein, dann haben sich doch noch mal 10 Leute reingedrückt. Zwischendurch wurden immer wieder Andere aus der Menge rausgezogen, bevor sie regelrecht zerquetscht wurden.
Auf der Silmo angekommen, sind wir bis zur Mittagszeit einfach nur durch geschlendert und haben mal geschaut, was es so an Neuheiten gibt. Am Nachmittag hatten wir einige Termine und das Powershoppen begann. Allerdings hielt es nur bis zum Spätnachmittag an, da wir dann beim besten Willen keine Brillen mehr sehen konnten. Also machten wir uns mit dem Bus auf in die Stadt, um uns dort ein wenig zu erholen. Um 19.30 Uhr sollte es weiter zum Restaurant gehen, allerdings gelang es uns diesmal nicht, ein Taxi zu bekommen. Also waren wir wohl oder übel mal wieder auf die Metro angewiesen. Meine 4 isländischen Begleiter standen vor dem Stadt- und Metroplan und diskutierten lautstark, wie es wohin gehen soll. Ich schaute mir das Spektakel gute 5 Minuten an und fragte dann, wo wir denn eigentlich hin wollen. Okay, einmal draufschauen und los geht’s. Für was hab ich schließlich 2 Jahre in München geübt. Nach 20 Minuten waren wir am Ziel und die Isländer waren immer noch baff, dass ich sie in so kurzer Zeit zum Restaurant führen konnte. Das Essen war sehr lecker und der Abend war vollkommen, als mein Freund Thorsten dann um 23 Uhr endlich aus Deutschland eintraf. Zu zweit haben wir dann meine Herde Isländer wieder zurück ins Hotel gelotst.
Am Samstag morgen stand der Hotelumzug an. Zum Glück konnten wir uns ein Taxi beschaffen und sind mit Sack und Pack in das andere Hotel gefahren. Dort haben wir allerdings wieder erfahren müssen, dass auch hier unsere Buchung misslungen ist, obwohl sie vom Angestellten des Hotels unserer ersten 2 Nächte gemacht wurde.
Mit viel Geduld und noch mehr Telefonaten wurde auch dieses Problem von den Isländern gelöst und wir konnten zurück in unser altes Hotel.
Den Tag verbrachte ich mit meinem Freund beim Sightseeing um dann am Abend mit allen meinen Kollegen und noch 2 anderen isländischen Optikern in einem sehr noblen Restaurant den Tag ausklingen zu lassen.
Den Sonntag verbrachte ich dann wieder auf der Silmo und habe fleißig mit eingekauft. Am Nachmittag wollten wir in Paris ganz hoch hinaus und wo geht das besser als auf dem Eifelturm. Pünktlich zum Sonnenuntergang waren wir oben und konnten zusehen wie die Sonne langsam hinter der Stadt abtauchte. Es war schon toll, die vielen Lichter der Stadt zu bestaunen.
Leider hieß es am nächsten Morgen schon wieder Abschied nehmen, da wir wieder zurück nach Island mussten. Tatsächlich hat an diesem Morgen auch mal wieder alles so weit geklappt, bis wir am Flughafen waren und meine Chefin einchecken wollte. Irgendwas war mal wieder mit ihrem Ticket nicht richtig, aber mit isländischer Gelassenheit und Geduld durfte auch sie kurz vor Abflug noch mit in den Flieger. In Island wurden wir von typischem isländischen Sauwetter begrüßt und waren, bis wir unser Gepäck im Auto verstaut hatten, schon komplett nass. Vor unserer Abfahrt erkundigten wir uns beim Straßendienst nach den Wetter- und Straßenverhältnissen und erfuhren, dass es auf unserer Strecke so schlimm stürmt, dass wir nicht fahren konnten. Nun mussten wir in Reykjavik noch einen Zwangsstopp einlegen. 3 Stunden später, die wir natürlich zum shoppen nutzten, konnten wir uns endlich auf die letzten 500 km machen. Es hat ohne Ende geregnet und gestürmt, wir kamen manchmal nur im Schritttempo voran. Ganz spät in der Nacht bin ich dann nur noch erschöpft in mein Bett gefallen.

Das war mein Bericht von der Silmo und ich bin froh, dass ich wieder zurück in Island bin. Das nächste Mal erzähle ich dann wieder über Island.
Eure Sabine

This entry was posted on Dienstag, Oktober 30th, 2007 at 12:06 and is filed under Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

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