Ostern auf der Halbinsel Snæfellsnes

Das lange Osterwochenende stand vor der Tür und wir nahmen uns vor einen neuen Teil unserer Insel zu erkunden. Es sollte nach Westisland, genauer gesagt auf die Halbinsel Snæfellsnes, gehen. Nach ausführlichen Wetterbeobachtungen starteten wir aufgrund einer Sturmwarnung für den Donnerstag, schon am Mittwochnachmittag. Eigentlich dachten wir, dass wir nach ca. 4 Stunden unser Ziel Grundarfjörður erreichen würden. Auf den Pässen war es allerdings schon recht stürmisch und die letzten 150 km waren wegen zum Teil recht schlammiger Schotterpisten sehr zeitintensiv, so dass wir für die 390 km lange Strecke insgesamt 6 Stunden brauchten. Kurz vor unserer Abreise sagte auch noch unser gebuchtes Hotel ab und so  mussten wir mit der Jugendherberge in Grundarfjörður vorlieb nehmen.
Am Donnerstagvormittag starteten wir trotz Sturmwarnung unsere Erkundungstour. Wir sahen diverse Wasserfälle und einen wunderschönen schwarzen Sandstrand.
Die Mittagszeit verbrachten wir inmitten eines Lavafeldes das über eine Steilküste ins Meer abfällt. Das vom Sturm aufgewühlte Meer prallte mit seiner ganzen Kraft an die Steilklippen, jagte die Vögel auf und lies uns gespannt zuschauen.
Anschließend führte uns unsere Tour nach Arnarstapi, ein bescheidenes verträumtes Fischerdorf mit einem kleinen Hafen inmitten der Felsen.
Den Abend ließen wir mit einem ausgedehnten Spaziergang am schwarzen Sandstrand und einem schönen Sonnenuntergang ausklingen.
Der Feitag startete mit dem ersten Versuch, Seehunde zu beobachten. Leider war gerade Ebbe, die Seehunde sehr weit draußen und für uns nur als winzige schwarze Punkte im Wasser zu erkennen.
Auf unserer Weiterfahrt verzogen sich auch die letzten Wolken und der Gletscher Snæfellsjökull kam majestätisch zum Vorschein. An diesem Gletscher startet der Film „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“.
Weiter ging es nach Dritvík, der ergiebigsten Frühjahrs-Fischereiniederlassung zwischen dem 16. und dem 19 Jahrhundert. Durch hohes Lavagestein ging es hinab zu einem schwarzen Steinstrand umgeben von hohen Klippen. An diesem Strand gab es überall Wrackteile zu finden, die wohl von einem Schiffsunglück 1948 stammen. Nach einer kurzen Wanderung durchs höher gelegene Lavafeld kamen wir dann im ehemaligen Fischerdorf an. Auf vom Wasser ausgeschliffen Steinen genossen wir die Mittagssonne und ließen einfach mal die Seele baumeln.
Unsere mitgebrachten Lebensmittel wurden knapp und wir machten uns am Samstagvormittag auf den Weg nach Stykkishólmur zum nächsten Supermarkt. Dort erkundeten wir bei trübem Wetter das Hafengebiet und schauten einigen kleinen Fischerbooten beim eintreffen und ablegen zu. Außerdem suchten wir eine laut Karte vorhandene, aber nicht auffindbare, Sehenswürdigkeit und begegneten dabei einigen Islandpferden. Da das Wetter im Norden der Halbinsel nicht unbedingt besser wurde, fuhren wir über den Pass in den Süden von Snæfellsnes und versuchten erneut, die Seehunde zu Gesicht zu bekommen. Kaum am Strand angekommen riss der Himmel auf und wir hatten strahlenden Sonnenschein. Leider war das Wasser wieder weit weg, darum sammelten wir erstmal jede Menge Muscheln und ließen einen kleinen Drachen steigen. Die einsetzende Flut bracht uns dann auch endlich die Seehunde näher und wir konnten sie beim Spielen und Sonnen beobachten. Den Abend verbrachten wir in einem typisch isländischen Restaurant bei sehr leckerem Lamm und Fisch.
Am Ostersonntag führte uns unser Weg nach Gerðuberg zu großen Basaltformationen. Auf dem Rückweg zur Hauptstraße blockierte eine Herde Islandpferde die Straße, da sie ganz gemütlich auf dem Weg von einer Weide zu ihrer Futterstelle waren. Uns blieb nichts anderes übrig, als mit einem PS den Pferden zu folgen. Anschließend wollten wir den Krater Eldborg besteigen, mussten allerdings nach einem Drittel der Strecke umkehren, da wir immer wieder bis zu den Knöcheln in den Matsch eingesunken sind. Da die Seehundbank auf unserem Heimweg lag, ließen wir es uns nicht nehmen, noch einmal dort vorbeizufahren und die Tiere zu beobachten.
Am Montag stand uns dann noch die lange Heimfahrt bevor, die wegen des besseren Wetters wesentlich angenehmer war als die Anreise und wir sind wieder gut in Akureyri angekommen.

Eure Sabine und Thorsten

This entry was posted on Montag, März 31st, 2008 at 22:18 and is filed under Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

Comments are closed.