Wale und Papageientaucher

Da  in Island schon seit über einer Woche richtig tolles Wetter ist, sind wir heute Mittag nach Husavik gefahren. Dort war heute Start der Whale Watching Saison und wir mit dabei auf dem allerersten Trip.
Um 13.30 Uhr ging es bei strahlendem Sonnenschein auf einem alten Holzfischerboot los. Es war windstill, das Wasser kaum aufgewühlt und die Möwen begleiteten mit ihrem Geschrei unser Boot.
Nach einigen Minuten konnten wir schon die ersten Papageientaucher sehen. Es ist ein lustiger Anblick wie diese kleinen Tiere verzweifelt versuchen  zu fliegen. Sie müssen pro Minute ca. 100 mal mit den Flügeln schlagen um sich in der Luft zu halten, da ihre kurzen Flügelchen besser zum Tauchen geeignet sind. Genau das tun sie auch mit Vorliebe genau dann, wenn man nah genug an ihnen dran ist um ein Foto zu machen.
Während der Fahrt erfuhren wir, warum gerade die Bucht vor Husavik bei Walen so beliebt ist. Hier kommen zum einen die europäische und die nordamerikanische Erdplatte zusammen, außerdem wird diese Bucht vom Golfstrom und den Flüssen des Gletscher Vatnajökull und des See Myvatn gespeist. Dadurch ist das Wasser sehr sauerstoffreich und es gibt unzählige kleine Fische. Im April und Mai sind die Wale hauptsächlich am fressen, tauchen sehr viel, sind nicht besonders neugierig und daher sehr schwer zu finden.
Nach gut einer Stunde war es dann endlich so weit, wir sahen den ersten Wal unseres Lebens. Es war ein Minkwal, der kurz zum Luftholen auftauchte und dann gleich wieder zur Nahrungssuche abtauchte. Das Boot versuchte dann eine ganze Weile den Wal zu verfolgen, damit wir ihn noch mal zu Gesicht bekommen, leider war diese Verfolgung erfolglos. Minkwale werden bis zu 11m lang und 10t schwer.
Das Boot änderte nun den Kurs und hielt auf Husavik zu. Der Guide entdeckte einen Fischstrom und siehe da, auch darin hielten sich Wale auf. Die kleinsten und scheuesten Wale der Welt. Wir sahen 3 Schweinswale, leider nur so kurz, dass wir sie nicht für Euch fotografieren konnten. Diese Wale sind nur 1,5m lang und wiegen 70kg.
Anschließend wollte sich das Boot auf den Heimweg machen, doch dann konnte der Kapitän von seiner Brücke aus, mit dem Fernglas, einen Buckelwal entdecken. Es wurde kurz gefragt, ob es einer der Gäste eilig hat zurück zu kommen, doch da es alle verneinten, hielt der Kapitän auf den Wal zu.
Nach ungefähr 20 Minuten Fahrt hörte man auf einmal ein lautes Schnauben, alle suchten das Wasser ab und da war er, riesengroß und wunderschön. Der Wal tauchte immer wieder auf um zu atmen. Dabei zeigte er uns seine Blaslöcher, den Rücken und die Rückenflosse, dann tauchte er wieder ab. Drei mal kamen wir sogar zu dem Vergnügen seine riesige Schwanzflosse zu sehen. Buckelwale werden bis zu 17m lang und 35t schwer.
Danach machte sich unser Boot dann aber entgültig auf den Heimweg und wir genossen noch ein bisschen die Sonne.

Es war ein gelungener Tag und ein großartiges Erlebnis, das wir nie vergessen werden. Das Gefühl ist einfach unbeschreiblich, wenn die größten Meeresbewohner so langsam und elegant an einem vorüberziehen. Das lässt uns in dem Moment alles andere vergessen und wir sind immer noch fasziniert.

Eure Biene und Thorsten

This entry was posted on Mittwoch, April 30th, 2008 at 22:23 and is filed under Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

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