Der Jökulsárgljúfur Nationalpark

Ein wunderschöner Samstag stand uns bevor und wir beschlossen einen Tagestrip in den Jökulsárgljúfur Nationalpark zu machen. Unsere sieben Sachen waren schnell gepackt und los gings.
Nach gut 150 km kamen wir an unserem ersten Ziel an, wir erreichten Ásbyrgi. Das ist eine hufeisenförmige bewaldete Schlucht inmitten des Nationalparks. In der Schlucht ist ein schöner kleiner Wald in dem alle Bäume sehr niedrig und sehr krumm gewachsen sind. Außerdem blühen überall Wiesenblumen und unzählige Vögel zwitschern. Da in der Mythologie Islands Ásbyrgi als die Elfenhauptstadt bezeichnet wird, kann man es sich richtig vorstellen wie die Elfen durch diesen Wald streifen. Am Ende des Waldes war ein kleiner Teich in dem es vor Entenküken in allen Größen nur so wimmelte. Dieser Teich wird von einem kleinen Rinnsal, das sich eine riesige Felswand herabstürzt gespeist. Wir genossen es, durch dieses idyllische Wäldchen zu streifen, da man so viele Bäume auf einmal nicht so oft in Island sieht.
Danach führte uns unser Ausflug mitten durch den Nationalpark zu den Echofelsen. Hier ereignete sich vor ca. 8000 Jahren ein gewaltiger Vulkanausbruch direkt unter einem Fluss. Die Mischung aus Feuer, Wasser und Gas erzeugte eine riesige Explosion und ließ die Berge regelrecht zerreisen. Heute kann man dort senkrecht aufgebrochene Basaltsäulen und einige Höhlen bestaunen.
Anschließen kämpften wir uns über die Schotterpiste entlang der Schlucht bis zum ersten Wasserfall, den Hafragilsfoss. Der Wasserfall ist nur 27 m hoch, aber er liegt wunderschön in der Schlucht und besticht durch seine Grün bewachsenen Felsen rund herum.
Einige 100 m weiter befindet sich Europas mächtigster Wasserfall, der Dettifoss. Auf einer Breite von 100 m stürzen sich die Wassermassen ca. 45 m in die Tiefe. Die Gischt war schon aus einiger Entfernung zu sehen und das Donnern des Wassers war beeindruckend.
Nach dem Dettifoss haben wir uns wieder auf den Heimweg gemacht da wir noch gut 160 km Fahrt vor uns hatten.
Aber unser Tag war hier noch nicht zu Ende. Um Mitternacht sind wir noch mit einem Boot den Fjord hinaus gefahren um die Mitternachtssonne zu genießen. Wir kamen an hohen Steilklippen vorbei, in denen Scharen von Möwen brüteten und konnten auch einige Blicke auf die Küken werfen. Danach ging es immer weiter Richtung Norden, der Sonne entgegen. Wir beobachteten wie sie langsam immer tiefer sank, auf der Wasseroberfläche aufsetzte und kurz darauf abgetauche. Der Himmel brannte in allen Rottönen und wir beobachteten Papageientaucher bei ihren erfolglosen Flugversuchen. Kurz darauf sah man, wie die Sonne sich schon wieder nach oben kämpfte und schon tauchte sie am Horizont wieder auf. Mit frischen Muscheln, Brot und Weißwein erlebten wir einen wunderschönen Sonnenaufgang. Auf der Rückfahrt zum Hafen zeigte sich als letztes Highlight des Tages noch ein Weisschnauzen-Delfin, der uns immer wieder seine Rückenflosse in der Morgensonne zeigte.
Um 3 Uhr sind wir nach so einem tollen Tag erschöpft und überwältigt von so vielen neuen Eindrücken in einen verdienten Tiefschlaf gefallen.

Eure Sabine und Thorsten

This entry was posted on Donnerstag, Juli 31st, 2008 at 22:40 and is filed under Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

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