9 Tage Südisland

Ende Juli war es so weit, endlich Urlaub! Und natürlich haben wir uns in einen Teil Islands aufgemacht, in dem wir bisher noch kaum unterwegs waren.

Die ersten 3 Nächte verbrachten wir auf dem Campingplatz bei Geysir mit einer super Aussicht auf den ausbrechenden Strokkur (der viertgrößte Geysir weltweit), und wir konnten die ganze Nacht den heißen Quellen beim Brodeln zuhören. Natürlich hat der Strokkur auch tagsüber unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen und wir waren begeistert wie sich immer wieder eine große Blase gebildet hat und er kurz darauf bis zu 30 m in die Höhe schoss. Leider hatten wir nicht das Glück, den „großen Geysir“, der zweitgrößte weltweit, von dem auch der Name Geysir kommt, beim Ausbruch zu erleben, er tut dies nur alle paar Monate und so lange hatten wir keinen Urlaub um darauf zu warten.

Wie bereits im Mai haben uns die Wassermassen des Gullfoss, die sich über 2 Stufen in die Tiefe stürzen in ihren Bann gezogen. Auch in der alten Parlamentsstätte þingvellir sind wir wieder auf den Spuren der Wikinger unterwegs gewesen.

Weiter führte uns unsere Reise vorbei am Seljalandsfoss, der sich 66m in die Tiefe stürzt, dort sind wir hinter dem Wasserfall vorbeigegangen und konnten durch den Wasserschleier nach draußen schauen.
Anschließend legten wir einen Stopp beim Skógafoss ein, von dem in einer Sage erzählt wird, dass der Landnehmer Þrasi Þórólfsson seinen Schatz hinter dem Skógafoss versteckt hat, dieser aber nie gefunden wurde. Wir sind die 63m des Wasserfalles über eine Treppe nach oben gestiegen und sind weit dem Flusslauf gefolgt, wo wir an verschiedenen kleinen Wasserfällen vorbei kamen. Auch wir haben den sagenumwobenenen Schatz nicht gefunden.

Die nächsten 2 Nächte verbrachten wir in Vík í Mýrdal, dort war in der ersten Nacht so starker Wind, dass uns leider eine Zeltstange gebrochen ist und wir in den darauffolgenden Nächten etwas windgeschützter nächtigen mussten.
Vík ist bekannt für seinen schwarzen Lavastrand, seine bizarren Felsformationen, die der einer Sage nach versteinerte Trolle sein sollen und für seine Papageientaucher. Diese drolligen Vögel haben wir dort das erste mal von nahem beobachten können und es ist einfach ein Augenschmaus sie beim Fliegen, Starten, Landen und gesellschaftlichen Zusammensein zu beobachten. Außerdem haben wir in Vik einen Gedenkstein entdeckt, der an die Zeit zwischen 1898 und 1952 erinnert, in der 83 deutsche Fischdampfer untergingen und rund 1200 Seeleute ihr Leben verloren.

Weiterging es für uns in Richtung des Nationalparks Skafafell. Auf dem Weg dorthin machten wir einen Spaziergang entlang einer wunderschönen Schlucht aus Tufffelsen und kristallklarem Wasser und genossen die Sonne. Am Abend wanderten wir noch durch den Nationalpark hinauf zum Svartifoss, ein wunderschöner kleiner Wasserfall, der an schwarzen Basaltsäulen hinunterstüzt.

Am nächsten Morgen ging es weiter zur Gletscherlagune des Vatnajökulls. Mit einem Volumen von 3.000 km³ ist er der größte Gletscher Europas nach Volumen, nach der Fläche, die immerhin 8.100 km² beträgt, ist er der zweitgrößte Europas. Wir haben mit einem Amphibienfahrzeug eine Schifffahrt durch die Lagune gemacht und sind zwischen riesigen Eisblöcken durchgefahren, haben unglaubliche Eisformationen gesehen und einige Seehunde beobachtet. Die Eisblöcke, die ca. 1500 Jahre alt sind, brauchen zum Schmelzen für die ca. 5 km lange Strecke von der Abbruchkante des Gletschers durch die Lagune bis aufs offene Meer bis zu 7 Jahren.

Das nächste Highlight unsers Urlaubs war eine Jeeptour auf den Gletscher Vatnajökull. Mit einem riesigen Jeep ging es eine halbe Stunde steil bergauf bis wir vor einem Ausläufers des Gletschers standen. Dort wurden wir mit Schneeanzügen, Helm und Gummistiefeln eingekleidet und bekamen eine Einweisung im Umgang mit einem Snowscooter. Und schon ging es los, anfangs noch etwas vorsichtig und langsam aber nachdem sich herausstellte wie viel Spaß es machte wurden wir immer mutiger und schossen mit bis zu 60 km/h über den verschneiten Gletscher.
Nach dieser rasanten Fahrt ging es wieder zurück zur Gletscherlagune wo wir die Eisblöcke bestaunten, die von der Lagune ins Meer hinaustrieben und von dort wieder an den Strand gespült wurden. Direkt an der Eislagune bauten wir unser Zelt das erste mal zum „Wildcampen auf.  Wir saßen noch lange vor unserem Zelt und beobachteten die vorüberziehenden Eisskulpturen.

Nach einer im wahrsten Sinne des Wortes „eiskalten“ Nacht brachen wir auf nach Höfn, wo wir einen ausgedehnten Spaziergang durch das Hafengebiet machten und uns anschließend im Hummerrestaurant stärkten. Die folgende Nacht verbrachten wir in einem ruhigen Tal, in dem man außer dem Rauschen eines Wasserfalles überhaupt nichts hörte.

Am letzten Tag haben wir auf der Rückreise im Osten noch Petras Steinmuseum besucht. Dort wurden aus ganz Island die unterschiedlichsten Steine zusammengetragen. Es tat richtig gut, nach einer langen Fahrt durch graue Felslandschaften in einen bunt blühenden Garten mit wunderschönen bunten und mit Kristallen besetzen Steine zu sehen. Man kann sich gar nicht vorstellen dass es so wunderschöne Steine in Island gibt.

Es waren 9 wunderschöne  Tage mit unglaublich vielen Eindrücken und Erfahrungen. Wir werden viele unserer Highlights sicher noch einmal besuchen.

Bis zu nächsten mal,
Eure Biene und Thorsten

This entry was posted on Sonntag, August 31st, 2008 at 22:55 and is filed under Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

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