Ein Tag auf der Halbinsel Reykjanes

Über Ostern haben wir uns mal wieder nach Reykjavik aufgemacht. Und man kann es fast nicht glauben, es war in Reykjavik besseres Wetter als in Akureyri.
Am Karfreitag sind wir früh aufgebrochen und haben die Halbinsel Reykjanes unsicher gemacht. Unser erstes Ziel war der Kleifarvatn, der größte See der Halbinsel. Der Kleifarvatn reagiert sehr sensibel auf Klimaveränderungen, dadurch schwankt sein Wasserstand um bis zu 1,3 cm pro Tag. Der See liegt inmitten einer farbenfrohen Berglandschaft. Auf den Gipfeln lag noch Schnee und an den Hängen kam schon das grüne Gras und Moos zum Vorschein.
Weiter ging es zum geothermalen Hochtemperaturgebiet Seltún. Auch wenn wir diese brodelnden Schlammtöpfe bereits vom Myvatn kennen, waren wir hier von der Farbenvielfalt hingerissen. Es gab so viele Rot-, Gelb-, Braun-, Grau-, Blau- und Grüntöne, dazu dampfende Bäche und glasklare, heiße Wasserbecken. Des Öfteren wurde versucht diese vorhandene Energie zu nutzen, aber bisher scheiterten alle Versuche.
Der alte Fischerhafen Selatangar war unser nächstes Ziel. An einem riesigen Steinstrand, suchten wir vergeblich nach den Überresten des alten Hafens von 1884. Nicht mal mehr Grundmauern konnten wir erkennen. Trotzdem war es schön, den Wellen beim Aufprallen auf die vorgelagerten Felsen zuzuschauen.
Nun begaben wir uns auf die Spuren der Trolle nach Brinketill. Wir fanden die Badewanne der Trolle, eingelassen in eine Felswand, direkt am Meer. Durch einen starken kalten Wind ließen uns die Trolle aber spüren, dass Menschen an ihrer Badewanne nichts zu suchen haben.
Darum sind wir ganz schnell weitergefahren und wollten das Geothermalgebiet Gunnuhver besuchen. Leider war uns der Zugang verwehrt, da in diesem Gebiet momentan die vulkanische Aktivität zu hoch ist und die Wege nicht gefahrlos begehbar sind.
Wie überall an der Küste Islands gibt es auch auf der Halbinsel Reykjanes einige Leuchttürme zu bewundern. Einer davon war der Leuchtturm Reykjanesviti auf dem Hügel Bæjarfell. Dieser wurde 1907 gebaut, da sein Vorgänger 1887 bei einem Erdbeben einstürzte. Dahinter waren 3 Steilklippen, wovon wir die Steilste erklommen haben. Leider konnten wir uns oben nicht lange aufhalten, da uns der Wind fast von den Klippen wehte. Beim Runterkraxeln beobachteten wir in den steilen Wänden viele Möwen beim Kampf um den besten Brutplatz. Auf dem Rückweg haben wir unseren Jeep mal so richtig eingesaut. Wir sind mit Vollgas durch eine große Schlammpfütze gefahren und das braune Schlammwasser ist uns von allen Seiten um die Ohren geflogen.
Gerade noch in Europa, waren wir mit einem Schritt in Nordamerika. Südlich von Hafnir bewegen sich die Eurasische und Nordamerikanische Kontinentalplatte sichtbar auseinender. Um es den Besuchern deutlicher zu machen, ist hier eine Brücke über den entstandenen Graben gebaut. Island wird somit jedes Jahr ca. 2,3 cm breiter.
Zum Abschluss haben wir uns noch die Leuchttürme in Garðskagi angeschaut und sind eine Weile am hellen Sandstrand spazieren gegangen.
Erschöpft und mit leichtem Sonnenbrand sind wir nach Hause gekommen und mussten uns erst einmal stärken.
Gegen 23.00 Uhr schauten wir in den Himmel und es war sternenklar. Da hielt uns natürlich nichts mehr zu Hause, denn bald ist es wieder rund um die Uhr hell. Wir begaben uns auf die Suche nach einem dunklen, ruhigen Plätzchen. Kaum angekommen kamen die ersten Polarlichter zum Vorschein. Sie wurden stärker und schwächer, tanzten zwischendurch für uns und waren wieder verschwunden. Dann mussten wir warten und nach einer guten Stunde wurden wir für unsere Geduld belohnt. Es begann mit einem schwachen, schmalen Streifen und auf einmal wurde es immer größer, nahm Konturen an, bewegte sich wild und der ganze Himmel brannte in grün. Dazu hat sich das Licht im Wasser gespiegelt und wir standen mit offenem Mund auf der Erde und schauten sprachlos in den Himmel.
Es war ein wunderschöner Ausklang des Tages und wahrscheinlich verabschiedeten sich damit die Polarlichter für diesen Winter mit den besten Lichtern die wir diese Saison gesehen haben.

Eure Biene und Thorsten

This entry was posted on Samstag, April 11th, 2009 at 12:00 and is filed under Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

One Response to “Ein Tag auf der Halbinsel Reykjanes”

  1. Cosima Says:

    Man was fuer tolle BIlder…das naechste Mal bin ich dabei :) und die Mia Maria