Snæfellsnes – die Zweite

Als Generalprobe vor unserem Sommerurlaub haben wir uns für einen Wochenendtrip nach Snæfellsnes entschieden. Uns standen die ersten Nächte bei Wind und Wetter im Jeep bevor!
Nach einem Tag in Reykjavik sind wir am Freitagabend auf Snæfellsnes angekommen und mussten uns den ersten Schlafplatz suchen. Unser eigentlich geplanter Platz war ein Seehundstrand. Wir haben dort einige Zeit nach Seehunden Ausschau gehalten und Muscheln gesammelt bis dann leider Regen und starker Wind aufkam. Das Wetter hat uns von dort auf die Nordseite der Halbinsel vertrieben. Dort haben wir an einem schwarzen Sandstrand gegrillt und sind dann aus Angst vor der kommenden Flut auf einen Parkplatz an einer Steilklippe ausgewichen. Hier haben wir das erste Mal unseren Jeep zum Schlafzimmer umfunktioniert. Die erste Nacht war trotz schlechtem Wetter ruhig und wir haben erstaunlich gut geschlafen.
Am nächsten Morgen haben wir uns kurzfristig für einen Ausflug auf die Insel Flatey entschlossen. In Stykkishólmur haben wir unser Auto abgestellt und sind eineinhalb Stunden mit der Fähre nach Flatey gefahren. Wir hatten drei Stunden Aufenthalt und konnten die Insel unsicher machen. Alle Inselbewohner waren damit beschäftigt ihre Häuser zu streichen und wir konnten in aller Ruhe die Vögel beim Nestbau und plantschen beobachten. Leider konnten wir nicht den ganzen Rundwanderweg laufen, da die Brutzeit schon begonnen hatte und man die Vögel nicht stören darf. Es war die beste Entscheidung diesen Ausflug zu machen, denn über Snæfellsnes hingen den ganzen Tag dicke Wolken und wir hatten das tollste Wetter. Gegen Abend kamen wir zurück und fanden einen perfekten Schlafplatz am Rande des Stadtwalds. Wir waren noch ein bisschen die Gegend erkunden und fanden riesige Muschelberge, ein Paradies für Sabine. Auf dem Rückweg verbrachten wir noch etwas Zeit damit, die neu geborenen Lämmer zu beobachten.
Am Sonntagmorgen sind wir nach einem ausgiebigen Frühstück in der Sonne zu einem Haimuseum aufgebrochen. Der Besitzer hat uns nach ersten Versuchen auf Englisch alles auf Isländisch über den Grönlandhaifang vergangener Zeiten erzählt. Und wer hätte es gedacht, wir haben so gut wie alles verstanden und wurden danach als Dolmetscher für Holländische Touristen eingesetzt. Es war sehr interessant zu erfahren, dass der Grönlandhai seine Eier erst zehn Jahre in sich trägt bevor er sie legt und über 100 Jahre alt werden kann. Natürlich mussten wir den Hai auch probieren, aber er schmeckt uns nach wie vor nicht!
Danach ging unsere Reise weiter nach Gatklettur, einem durch die Naturgewalten entstandenen Felsloch an einer Klippe. Anschließend haben wir an einem der wenigen hellen Sandstrände in Island unsere Füße gebadet und man hatte das Gefühl man wäre in der Karibik.
Vom Leuchtturm Malarrifsvik haben wir uns auf eine Wanderung zu einem Vogelfelsen gemacht und waren etwas enttäuscht, dass wir nur Möwen und Raben sahen. Auf der Straße zum Snæfellsjökull machten wir einen Stopp bei den sogenannten Echohöhlen Sönghellir. Diese waren früher bewohnt und haben eine fantastische Akustik.
Zum Abschluss unserer Reise sind wir noch zur Felsspalte Rauðfeldargjá, In der man durch einen kleinen Wasserfall tief ins Innere des Felsens gelangen konnte. Leider hatte der Wasserfall aufgrund der Schmeeschmelze noch sehr viel Wasser und wir keine Gummistiefel. Daher sind wir nicht sehr weit gekommen.
Auf unserer Heimfahrt wurden wir in allen Fjorden von einem wunderschönen Sonnenuntergang begleitet und kamen gegen zwei Uhr Nachts erschöpft in Akureyri an.
Obwohl wir schon einmal auf Snæfellsnes waren, gab es wieder so viele neue Dinge zu entdecken. Uns wird bestimmt auch bei einem dritten Besuch nicht langweilig.

Eure Biene und Thorsten

This entry was posted on Montag, Juni 1st, 2009 at 19:57 and is filed under Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

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