Informationen aus Island zum Vulkanausbruch

Da in den Nachrichten in Deutschland hauptsächlich die Probleme des Flugverkehrs angesprochen werden, die der Vulkan auslöst, wollen wir euch heute mal auf den Stand der Dinge hier in Island bringen.

Zuerst einmal ein paar Links zu Webcams, die euch Livebilder der Aschesäule und der Gletscherzunge, über die  die Flutwellen herunterkommen, zeigen:

Aschewolke:
http://eldgos.mila.is/eyjafjallajokull-fra-fimmvorduhalsi/
http://eldgos.mila.is/eyjafjallajokull-fra-thorolfsfelli/
http://eldgos.mila.is/eyjafjallajokull-fra-valahnjuk/
Gletscherzunge:
http://www.vodafone.is/eldgos

Die ersten Untersuchungen der Asche sind mittlerweile abgeschlossen und wie befürchtet wurde, weist die Asche einen hohen Fluoridgehalt auf. Ein Kilo Asche enthält zwischen 23 und 35mg Fluorid. Dieser Wert wird schon als kritisch eingestuft und Tiere sollten sich im Stall aufhalten und ständig frisches Wasser und sauberes Futter zur Verfügung gestellt bekommen. Auch Menschen sollten die mehlartige Asche nicht einatmen, da sie Schleimhautreizungen und Atemwegserkrankungen hervorrufen kann.

Bedrohliche Aschewolke (mbl.is / Bild: Kjartan Þorbjörnsson)

Aschenebel (mbl.is / Bild: Reuters)

Durch den Vulkanausbruch tritt um die Ausbruchstelle ein für Island seltenes Wetterphänomen auf. In der Ausbruchsumgebung gibt es immer wieder Blitze, allein heute Nacht wurden von Mitternacht bis 4.30 Uhr 22 Blitze aufgezeichnet.

Blitze in der Aschewolke (visir.is / Bild: Gísli Óskarsson)

Die Menschen in den überschwemmungsgefährdeten Bereichen werden momentan immer wieder zum Verlassen ihrer Höfe aufgefordert und müssen sich in den Notunterkünften registrieren lassen, wenn eine neue Flutwelle heranrollt. Bei jeder Evakuierung müssen sie damit rechnen, dass bei der Rückkehr evtl. das Vieh ertrunken ist oder Häuser mitgerissen wurden. Viele Milchbauern haben in den letzten Tagen verzweifelt auf das Milchauto gewartet, da das Entsorgen der Milch große finanzielle Schäden verursachen würde. Aber irgendwie gelang es den Isländern auch das zu organisieren.
Die Schafbauern mussten nach dem Ausbruch Ihre Tiere wieder in die Ställe treiben, was sich bei starkem Ascheregen mit Sichtweiten unter 5m als sehr schwierig herausstellte. Durch das ständige Verlassen der Höfe können sie auch nicht wie gewohnt den Schafen bei der Geburt der Lämmer helfen und müssen dadurch Verluste in Kauf nehmen.

Pferd in der Vulkanasche (ruv.is / Bild: Sveinn H. Guðmarsson)

Die Ringstraße wurde um Brücken zu retten an zwei Stellen aufgerissen. Bisher ist den Brücken auch nichts passiert, nur das Wasser hat weitere 400m der Straße einfach mitgerissen. Bei jeder neuen Flutwelle kommen mittlerweile auch größere Eisberge mit, was die Flutwelle noch gefährlicher macht. Gestern Abend wurden zum Beispiel nach einer Flut mit großen Baggern die Eisberge aus dem Weg geräumt um den nächsten Wassermassen Platz zu machen.

Flutwelle (mbl.is / Bild: Ómar Óskarsson)

Eisbrocken nach der Flutwelle (visir.is)

Reporter sind heute ein Stück weit in den Ascheregen gefahren und sie fühlten sich wie in einen andere Dimension versetzt. Mitten am Tag befanden sie sich in vollkommener Dunkelheit, das Auto war sofort mit einer dicken Staubschicht überzogen und es kamen auch kleine Lavasteine mit runter. Nach 3 km kehrten sie um und fuhren nach Skogar zurück.

Auch wenn die momentane Situation für Island nicht einfach ist, bleiben die Menschen gelassen und verlieren nicht ihren Humor. So entstand ein Witz aus der Verbindung der Finanzkrise und dem Vulkanausbruch:

englisch deutsch
Britain: Iceland are you crazy?!? Why did you send us volcanic ash? Our airspace has shut down.

Iceland: What? That’s what you asked for isn’t it?

Britain: NO! We said cash! Cash you dyslexic idiot. CASH!

Iceland: Woooops…

—————————–

To the British and Dutch Governments: There is no C in the Icelandic alphabet, so when you ask for Cash, all you get is …

Großbritannien: Island, seid ihr verrückt?!? Warum schickt ihr uns Vulkanasche? Unser Luftraum ist komplett geschlossen.

Island: Was? Ist das nicht das, wonach ihr gefragt habt?

Großbritannien: NEIN! Wir haben cash gesagt! Cash ihr Analphabeten. CASH!

Island: Uuuups…

——————————–

An die britische und niederländische Regierung: Im isländischen Alphabet gibt es kein ‘C’, wenn ihr also nach cash fragt…

Außerdem haben wir einen Zusammenschnitt der lustigsten Aussprachen des Eyjafjallajökull gefunden:

Das ist hier der aktuelle Stand der Dinge und wir werden euch auch weiter auf dem Laufenden halten.

Viele Grüße

Biene und Thorsten

This entry was posted on Samstag, April 17th, 2010 at 22:00 and is filed under Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

4 Responses to “Informationen aus Island zum Vulkanausbruch”

  1. hawthorne Says:

    Was mich wirklich fassungslos macht, ist dass die Fluggesellschaften, jetzt versuchen Druck auf die Behörden auszuüben, damit der Luftverkehr so schnell wie möglich wieder freigegeben werden soll. Der Vulkanausbruch ist doch schon für alle schlimm genug. Wird hier die Sicherheit hinter den Kommerz gestellt?

  2. Paris Says:

    Es ist schwer alle Menschen zufrieden zu stellen. Nur weil es noch zu keiner Katastrophe gekommen ist, deren Ursache auf die Folgen des Vulkanausbruchs zurückzuführen würden, halten viele diese Sicherheitsmaßnahmen sinnlos. Wenn es aber ein Unfall passiert, überlegen sich alle, ob man ihm nicht vorbeugen könnte.

  3. Matthias Says:

    Hi
    wie sieht es denn jetzt aus in Island?
    Hier geht es immer nur um den Flugverkehr.
    Wir haben nähmlich für den 14. Juni Island gebucht.

    Gruss
    Matthias

  4. Thorsten und Biene Says:

    Hallo Matthias,
    in Island selbst ist das Reisen kein Problem. Es ist eine relativ überschaubare Region an der Südküste, die gerade nicht so toll aussieht. Die Ringstraße ist derzeit komplett befahrbar und wenn sich am Vulkan nichts ändert, wird das auch so bleiben. Bei den Flügen muss man abwarten, auch hier fliegen die Inlandsflieger mal und mal nicht.
    Viel Spaß bei eurer Islandreise
    Thorsten und Biene